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Hallowhy? Warum uns das Makabre fasziniert.

Writer: Massima
Massima
24 hours ago
2 min read

Updated: 1 hour ago


Bei uns zuhause ist das ganze Jahr lang Halloween.


Man findet überall Totenköpfe, rote Kerzen und sehr viel schwarz.



Und einmal im Jahr wird richtig gefeiert: am 31. Oktober.

 

Letztes Jahr um diese Zeit kam mein Söhnchen total traurig aus dem Kindergarten nach Hause.


„Mama, die anderen Kinder sagen, an Halloween feiert man den Tod! Stimmt das?“

 

Diese Momente als Eltern, in denen man erst mal kurz baff ist...


"Nein, Schätzchen, natürlich feiern wir nicht den Tod. Wir haben einfach Spaß am Gruseln und Verkleiden."

 

Oder?


Und, vor allem:


Warum?



These 1:

Wir sind tief drinnen alle Psychopathen und haben einfach nur gelernt, das gut zu verstecken.



Okay, nein. Das ist es nicht. Hoffentlich nicht.



These 2:

Unser Alltag ist zu beige, deshalb sehnen wir uns nach mehr schwarz.


Er bietet jede Menge Stress, aber ziemlich wenig Unterhaltung.


Niemand möchte sich nach Feierabend freiwillig noch einmal erschrecken lassen, wenn die Steuererklärung das sowieso schon so zuverlässig übernimmt.



These 3:

Wir lieben kontrollierte Gefahr.


Keiner von uns möchte wirklich vor einem maskierten Mann mit Messer im Wald davonrennen.


Wir wollen die Verfolgungsjagd, aber bitte ohne echte Verfolgung, ohne Wald und mit Popcorn.


Das Adrenalin ist echt, aber unser Gehirn meldet: Du bist in Sicherheit, Günther.



These 4:

Wir wissen, dass wir sterben werden.


Und das nagt an uns. Deshalb stellen wir uns Plastikgrabsteine in den Vorgarten, und verkleiden uns als Untote.


Wir beschäftigen uns in gewisser Weise mit unserer eigenen Endlichkeit.


Vielleicht ist es leichter, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, wenn man ihn einmal im Jahr kurz anziehen darf.



These 5:

Wir wären eigentlich lieber Bösewichte als Helden.


Helden sind gut, lieb und wollen es meistens allen Recht machen.


Bösewichte sind eigenwillig, tragen dramatische Klamotten und haben eine angeborene Schlagfertigkeit.


Es ist ihnen egal, was andere von ihnen denken.

Und davon hätten wir auch gerne mehr.



These 6:

Halloween ist gesellschaftlich genehmigter Regelbruch


Sowas wie "The Purge", aber mit weniger Toten. Zum Glück.


An 364 Tagen im Jahr sollen wir uns gut benehmen.


Am 31. Oktober dürfen wir aussehen, als hätten wir Streit mit dem Vatikan.


Wir tragen Hörner, Kunstblut und schwarze Kontaktlinsen, um für einen Abend jemand anderes zu sein.


Am nächsten Morgen ziehen wir dann wieder weiße Blusen an und beantworten ganz brav E-Mails.



These 7:

Wir mögen schlicht und einfach die Ästhetik.


Friedhöfe, Totenköpfe und verlassene Ruinen - vielleicht fasziniert uns das Makabre auch, weil es uns daran erinnert, dass Schönheit nicht immer lieblich sein muss.


Das Dunkle darf dramatisch sein, widersprüchlich und unbequem.


Es muss nicht immer alles strahlend, freundlich und pastell sein.



Die Moral von der Geschichte?


Ganz ehrlich, keine Ahnung.

Das Ergebnis ist wahrscheinlich irgendwie eine Mischung aus allem.


Ich glaube nicht, dass wir uns Sorgen machen müssen, weil wir gerne Halloween feiern.


Solange wir nicht in den Wald gehen und Dämonen heraufbeschwören, sollte eigentlich alles in Ordnung sein.


So oder so, am Ende des Tages würde ich blutroten Samt jederzeit beigen Leinen vorziehen.


Zweiteres macht mir nämlich wirklich Gänsehaut.




In diesem Sinne:


Happy Halloween!






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MASSIMA

Die Kunst, eine Frau zu sein.

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